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| FH - Uni |

Der Unterschied zwischen Fachhochschule, Uni und (künstlerischer) Hochschule

Begriffsklärung

Hochschulen - das ist normalerweise der Oberbegriff für alle oben genannten Formen. Langsam wird es aber unübersichtlich, denn Fachhochschulen dürfen sich neuerdings "Hochschulen" nennen, so dass ihr Status aus dem Namen heraus nicht mehr deutlich wird. Im englischen nennt man sie University of Applied Sciences.

Künstlerische Hochschulen sind Hochschulen mit dem Rang einer Uni, aber mit eingeschränkter Fächerwahl. Dort kann man z.B. Schauspiel oder Saxophon studieren. Die Udk - Uni der Künste - hat es geschafft, sich Uni nennen zu dürfen, früher hieß sie "nur" Hochschule der Künste. Sonst gibt es in Berlin noch die Kunsthochschule Berlin Weißensee oder die Musikhochschule Hans Eisler.

Was aber unterscheidet nun tatsächlich die Uni von einer Fachhochschule?

Das Fächerangebote ist an Fachhochschulen eingeschränkt, meistens technik-, wirtschafts- oder sozialbezogen, es gibt aber auch Archivwesen oder Recht. Bereiche wie Geisteswissenschaften gibt es so gut wie gar nicht, Sozialwissenschaften schon eher mal.
Die Studiengänge sind spezialisierter als ans Unis. Wer etwas mit Biologie machen möchte, könnte an der Uni Biologie studieren, an der Fachhochschule spezialisiertere Studiengänge wie Biotechnologie oder Bioinformatik, angewandte Biowissenschaften, Biomaterial Science, Biomathe, Biomechanik oder Biomedizinische Technik. Selbst bei gleichen Namen sind die Studiengänge anders aufgebaut. Ein Mathe-Dozent erklärte mir, an der Uni braucht man für Mathe keinen Taschenrechner...   Niemals kann man an Fachhochschulen ein Staatsexamen erreichen, das bleibt den Unis vorbehalten, Studiengänge wie Lehramt, Medizin, Pharmazie, Jura fallen damit aus. Auch promovieren geht an Fachhochschulen (noch) nicht.

Beispiele für Studiengänge

Uni Fachhochschule
Chemie Chemieingenieurwesen
Rechtswissenschaft Wirtschaftsrecht
Kommunikationswissenschaften        Journalistik/ Medienrecht
Maschinenbau Maschinenbau
Betriebswirtschaftslehre Betriebswirtschaftslehre

Was ist besser?

Angewandt, praxisorientiert - das klingt doch immer toll! Aber oft kann ein Mehr an Theorie auch sehr nützlich sein kann, eben für die richtig komplizierten Dinge. Um ein bisschen dem Trend "praxisorientiert = immer besser" gegenzusteuern, gefiel mir folgender Spruch: "Fachhochschulen wenden Lösungen an, Universitäten entwickeln Lösungen".

FH oder Uni? Ich würde mich trotz nicht so guter Schulnoten nicht abschrecken lassen, an einer Uni zu studieren, besonders, wenn ich das Fach vorher als Schulfach nicht hatte. Es kann ja gut sein, dass ich eine große Motivation entwickele. Ein paar Dinge sollte einem aber schon vorher klar sein:
Die Motivation muss von selbst kommen, denn es gibt weniger Lernkontrollen. Wie sagte es eine Uni so schön: Es gibt zwar eine Anwesenheitspflicht, aber diese wird nicht kontrolliert... Wer in der Schule schon eine Mutter oder einen Vater brauchte, um etwas zu tun, wird es schwerer haben.

Schüler*innen von Fachoberschulen (sieheSchulabschlüsse) haben es nach meiner Erfahrung schwerer in einem schulfernen Unifach. Studiert zum Beispiel jemand, der auf das OSZ Recht ging, Jura an der Uni Frankfurt/Oder, wird er es durch sein einjähriges Praktikum - vielleicht in einer RA-Praxis - und durch den Schwerpunkt an seiner Schule leichter haben, als wenn er oder sie Biowissenschaften an der Uni Potsdam studieren will.

Eine Ausbildung ist an Fachhochschulen vorher nicht mehr nötig, selbst das früher gerne verlangte Vorpraktikum wird immer weniger gefordert, besonders in Fächern mit wenigen Bewerber*innen. Die Schüler*innen freuen sich, aber für einige wäre eine Vorbildung eine gute Grundlage, um sicherer erfolgreich studieren zu können.
Im Beruf sind Absolvent*innen von Fachhochschulen manchmal lieber gesehen, auch weil sie (im Moment noch) weniger verdienen.

Ich würde mich zunächst für eine Richtung entscheiden und erst sekundär für eine Hochschulart - manches erledigt sich dann von allein.
leere Bank auf einem Berg


 nur ausruhen oder etwas auf die lange Bank schieben ist an keiner Hochschule eine gute Idee...

 

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