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Netzwerke und BSO in Berlin: wer macht eigentlich was?

In Berlin kamen zwei Entwicklungen zusammen, die vielleicht etwas verwirren. Einerseits wurden einige Institutionen unter dem Dach "Jugendberufsagentur“ (JBA) zusammengefasst, andererseits wurde das Konzept "BSO“ an den Schulen eingeführt. Deshalb an dieser Stelle ein paar Struktur- und Begriffsklärungen für alle, die da noch nicht so recht den Durchblick haben:

JBA - Jugendberufsagentur
BSO - Landekonzept für Berufs- und Studienorientierung
Kurs Studium und Beruf
BVBO - Berliner Programm Vertiefte Berufsorientierung
Regionalverbünde der Bezirke
wichtige andere Beratungsstellen (fehlt noch)

JBA -Jugendberufsagentur

Nach dem Vorbild Hamburgs hatte auch Berlin das Anliegen, die Übergänge von Schule zu Beruf für alle jungen Menschen besser zu begleiten. Nach dem Motto "alles aus einer Hand“ sollte unter der JBA ein junger Mensch (25 Jahre ist die allgemeine Altersgrenze) bestimmte Leistungen an einem Ort erhalten. In Berlin gibt es eine JBA mit 12 Standorten, die aktuellen Adressen sind hier hier zu finden.

Daran teil nehmen die Agentur für Arbeit, die Jobcenter, die Jugendhilfe, die Beratung zu beruflichen Schulen und andere Träger mit folgenden Angeboten:
Berufsberatung, Ausbildungsvermittlung, finanzielle Förderung, Angebote der freien Jugendhilfe und der Jugendämter, Orientierung und Beratung zu (berufs)schulischen Ausbildungs- und Weiterqualifizierungsmöglichkeiten, Schuldnerberatung, psychosoziale Betreuung und Suchtberatung.
Die JBA ist meistens an den Standorten der Agentur für Arbeit angesiedelt, hat aber eine eigene Anmeldung mit folgenden Öffnungszeiten:
Montag bis Mittwoch 8:00 bis 16:00 Uhr
Donnerstag 8:00 bis 18:00 Uhr
Freitag 8:00 bis 12:30 Uhr

Allerdings heißt das nicht, dass jeder der Träger in dieser Zeit auch alles anbietet, so ist z.B. die Schuldnerberatung nur mit einer kürzeren Sprechstunde vertreten.
Meistens erfolgt eine Anliegensklärung mit einem Terminangebot. Nach nun knapp zwei Jahren würde ich sagen, dass die Träger sich untereinander nun ein bisschen besser kennen und eine Zusammenarbeit leichter möglich ist.

Ein Beispiel: Jemand geht noch zur Schule , es läuft aber nicht so gut. Er hat einen Termin bei seinem Berufsberater (der Arbeitsagentur). In dem Gespräch ist neben einer möglichen Ausbildung auch ein Schulwechsel ein Thema. Er geht mit dem Jugendlichen direkt im Anschluss zum Berater für berufliche Schulen, um zu klären, ob z.B. noch Plätze an einer Fachoberschule frei sind. Vielleicht gibt der Jugendliche an, dass er zuhause nicht mehr wohnen kann. Dann würde die Beraterin mit ihm zur Jugendhilfe oder zum Jobcenter gehen. Fallen in dem Gespräch Sucht- oder Schuldenprobleme auf, geht der Weg wahrscheinlich zur Sucht- oder Schuldenberatung.

BSO- Landekonzept für Berufs- und Studienorientierung

Das Landeskonzept BSO bindet die Schulen bei der beruflichen Orientierung mehr als vorher ein. Seit dem Schuljahr 2015/16 an den Integrierten Sekundarschulen, seit dem Schuljahr 16/17 an den Gymnasien gibt es BSO-Teams, die sich folgendermaßen zusammensetzen:
ISS bis zur 10. Klasse: ein Lehrer, eine beruflicher Lehrerin, ein Berufsberater
ISS (ab Oberstufe) und Gymnasien: eine Lehrerin, ein Studien- und Berufsberater

Das Landeskonzept finden Sie hier. Aus meiner Sicht hängt die Qualität der Zusammenarbeit und die Qualität von BSO maßgeblich an den beteiligten Personen. Da hat sich - so gesehen - nicht viel geändert. Geändert hat sich aber die Rolle von Lehrer*innen, die nun mehr beraten sollen/dürfen und dafür auch Stunden bekommen haben. Wie ihre Rolle mit Leben gefüllt werden kann, finden Sie an vielen anderen Stellen in diesem Blog. Grundsätzlich berät das BSO-Team darüber, wie Berufsorientierung und Beratung an der jeweiligen Schule am besten und mit welchen Partnern umgesetzt werden kann.

Das Schulfach Studium und Beruf

An einigen Oberstufen gibt es dieses Fach, das aber nur 1 Jahr belegt werden kann. An anderen Schulen gibt es eine AG mit diesem oder ähnlichen Namen, die eher altersübergreifend angeboten wird.

Berliner Programm Vertiefte Berufsorientierung (BVBO 2.0)

Das Landesprogramm BVBO 2.0 unterstützt die Schulen bei der Umsetzung des Landeskonzeptes BSO und bietet bis zu fünf Module: • Modul I: Berufsfelderkundung / Berufspraktische Erprobung • Modul II: Kompetenzfeststellung • Modul III: Ergänzung und Vertiefung des Betriebspraktikums • Modul IV: Vertiefendes Betriebspraktikum und Vorbereitung auf den Übergang • Modul V: Berufs- und Studienorientierung in der Sekundarstufe II BVBO 2.0 wird in gemeinsamer Verantwortung des Landes Berlin und der Berufsberatung der Bundesagentur für Arbeit umgesetzt und aus deren Mittel finanziert. Mehr Infos.

Regionalverbünde der Bezirke

Die können sich selbst vorstellen, siehe nrav.de.


 

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