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Schulabschlüsse und ihr Hochschulzugang in aller (möglichen) Kürze

Allgemeine Hochschulreife - Abitur

Die Allgemeine Hochschulreife ist - das wissen bestimmt alle - das Abitur, der höchste schulische Bildungsabschluss, mit dem (theoretisch) alles studierbar ist. Ein Mensch ist reif für jedes Fach (deshalb allgemeine) an allen Hochschulen (deshalb Hochschulreife. Hochschulen ist in diesem Fall der Oberbegriff und beinhaltet Universitäten und Fachhochschulen. Dieser Begriff wird leider nicht immer so eindeutig verwendet.

Die Allgemeine Fachhochschulreife (FHR)

Die Allgemeine Fachhochschulreife hat nur die kleine Einschränkung Fach , bedeutet aber, dass jedes Fach studiert werden kann (deshalb allgemeine), aber nur an Fachhochschulen. Ausnahmen gibt es in einigen Bundesländern. Besonders erwähnt sei hier das nachbarliche Brandenburg, das das niedrigstschwellige Hochschulzugangssystem Deutschlands hat. Dort können Sie mit diesem Abschluss auch an Universitäten studieren – wirklich! Wer eine Fachoberschule an einem Oberstufenzentrum besucht, hat diesen Schulabschluss, und nicht – wie oft von den Schülern selbst behauptet- das Fachabi – das wäre ein höherer Bildungsabschluss!

Schulischer Teil der Fachhochschulreife

Wer in der Oberstufe einer allgemeinbildenden Schule die Vorentlassklasse (11. auf einem Gymnasium, 12. in einer ISS) mit einer bestimmten Punktzahl meistert, erwirbt den schulischen Teil der Fachhochschulreife. Es kann also gut sein, dass jemand das Abitur niemals schaffen würde, aber durchaus noch diesen halben Schulabschluss erhält.

Es fehlt dann noch der praktische Teil, der in einem einjährigen Praktikum, freiwilligen sozialen/ökologischen Jahr, einer Ausbildung, einem Bundesfreiwilligendienst nachgeholt werden kann. Hier besteht also die Möglichkeit, ohne eine Prüfung eine Studienberechtigung zu erhalten. Die auf diesem Weg erworbene Fachhochschulreife wird in den Ländern Bayern und Sachsen nicht anerkannt. Besteht der Wunsch in einem anderen Land als Berlin zu studieren, muss die landesrechtliche Bestimmung über den praktischen Teil der Fachhochschulreife beachtet werden.

Fachgebundene Hochschulreife – das richtige Fachabi

Ein recht seltener Schulabschluss, der z. B erreicht wird, wenn man nach der allg. Fachhochschulreife noch ein Jahr an einem OSZ anhängt (FOS 13 oder BOS) und nicht eine 2. Fremdsprache nachweisen kann (sonst hätte man das richtige Abitur). Auch nach einer Ausbildung kann - dann in nur einem Jahr - die Fachhochschulreife und in einem weiteren Jahr die fachgebundene Hochschulreife oder – bei 2. Fremdsprache- das Abitur erreicht werden.
Mit der fachgebundenen Hochschulreife kann im Normalfall an Universitäten studiert werden, allerdings diesmal tatsächlich nur fachbezogen. Beispiel: jemand hat am OSZ Bürowirtschaft eine Fachhochschulreife erworben, hängt noch ein Jahr FOS 13 an und kann mit dieser fachgebundenen Hochschulreife an der FU oder HU BWL studieren, aber nicht Geologie.

Hierachie der Schulabschlüsse im SEK II Bereich

1. Abitur (allg. Hochschulreife)
2. Fach-Abitur (fachgebundene Hochschulreife)
3. Fachhochschulreife
4. Schulischer Teil der Fachhochschulreife (nur ein halber Abschluss)


zwei verschlungene Autobahnen


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